MINESTRONE mit Wirsing, Kurkuma und Ingwer – oder was macht man im Winter aus Gemüseresten?

Minestrone -Foto © Ute Mangold – wiesengenuss

Zurück aus Italien, der Kühlschrank voller Gemüsereste. Hm, was damit machen? Ja, klar Minestrone! Keine Suppe aus Italien ist so bekannt wie diese! Geradezu legendär. Im wahrsten Sinne, denn eine Suppe aus Gemüsen gab es schon vor über 2000 Jahren bei den Römern. In den Topf kam, was gerade aus dem Garten kam oder von den Wiesen und Wäldern: Zwiebeln, Karotten, Knoblauch, Kräuter. Gemüse der Saison oder auch Pilze.Und was wächst da bei uns noch im Garten? Eigentlich nicht mehr viel, denn es ist Januar. Gut, dass es da unseren alten Gewölbekeller gibt, da lagern sie noch, die Früchte des Sommers. Und im Garten haben Lorbeer, Rosmarin und Salbei die eiskalten Tage Anfang Dezember überstanden. Unter einer Schneedecke, das hat sie geschützt. 

Doch eigentlich wollte ich den Blogartikel so anfangen: Es ist Winter, Januar, gerade hat das Neue Jahr angefangen und draußen ist es klirrend kalt…..Schön wärs. Nein, draußen ist es sonnig und mit 17 Grad doch schon ziemlich frühlingshaft warm 😉

Verona, Piazza delle Erbe – Foto © Ute Mangold – wiesengenuss

In Verona – wo wir über Weihnachten waren – da war es kälter. Und trotzdem saßen die Leute in Straßencafés und bis nachts in den Restaurants draußen. So wir auch. Wir genossen es ausführlich. Jeden Tag Pasta und Risotto, herrlich. In Chioggia, Venetien, mit Muscheln, Fisch und riesigen Scampi. In Bassano del Grappa: Bigioli con ragú d’anatra (Pasta mit Entenragout) und in Verona: Risotto mit Amarone. Mmmmmhhhh. Und nein, kein Gramm zugenommen. Soviel zum Thema Mittelmeerdiät – inklusive der Verwendung von viel Olivenöl! 

Und nun? Geldbeutel leer – dafür der Kühlschrank voll mit Resten, Gemüseresten. Dazu noch ein Stückchen Pancetta – und noch ein paar Wurzelknollen Kurkuma und Ingwer. Das werde ich mal ausprobieren. Also ein Hauch indisch in die Minestrone. Natürlich mit Chili.
Als Grundlage für die Minestrone dient mir immer ein Rezept aus Marcella Hazans Kochbuch „Die klassische italienische Küche“. Wie ich dieses Kochbuch liebe! Ganz ohne Fotos ist darin die italienische Küche mit ihren Zutaten und regionalen Varianten so schön beschrieben, dass die Bilder im Kopf entstehen.

Die Zutaten sind bei ihr zwar komplett anders als es mein winterlicher Kühlschrankvorrat hergibt. Ehrlich gesagt, besteht der bei mir aus etwas Suppengemüse und ganz viel Wirsing. Dazu eben noch Ingwer und Kardamon. 

Doch so wie die Minestrone zu jeder Jahreszeit und in jeder Region Italiens anders ist, so ist es eben nun auch bei mir! Damit halte ich mich an das Grundprinzip – die Minestrone wird aus dem gekocht, was es gerade gibt. 

Minestrone mit Wirsing
für 6 bis 8 Portionen

circa Angaben, die Zutaten werden mengenmässig abgewandelt,  
je nachdem, was der Garten oder die Vorratskammer so hergibt

500 g Wirsing
1 große Zwiebel
1 Scheibe Pancetta ca. 60g 
Suppengemüse: Möhre, Lauch, Sellerie 
400 g Dosentomaten mit Sugo
1 Liter Gemüsebrühe
etwas Wein
ca. 8 EL Olivenöl
2 1cm Kurkuma und Ingwerstücke

Mit Meersalz, frisch gemahlenem Pfeffer und etwas Chili (hier Kashmiri Mirch) abschmecken. 

🍲Die Pancetta und die Zwiebeln in Würfel schneiden, den Lauch, die Möhre und Wurzelstückchen von Kurkuma und Ingwer in feine Ringe schneiden. Den Wirsing von den äußeren harten Blättern befreien, vierteln, den Strunk heraus schneiden und in Streifen schneiden (etwa 1 cm).

🍲Man nehme einen großen Suppentopf. Den Herd auf mittlere Hitze stellen. Etwas Öl hineingeben und darin die Pancettawürfel hellbraun anbraten. Die Zwiebelwürfel zugeben und anschwitzen bis sie hellgelb sind. Das Gemüse zugeben und ebenfalls mit anschwitzen. Den Wirsing zum Schluss zugeben und kurz mit anrösten. Gut durchrühren und gegebenenfalls etwas Olivenöl nachgeben, da die Gemüse sehr viel Öl aufsaugen und nicht zu stark anbraten sollen. Alles unter Umrühren etwa 3-5 Minuten andünsten bis es leicht bräunlich ist.

🍲Mit etwas Wein ablöschen, kurz aufkochen und dann die Gemüsebrühe und die Tomaten mit Saft zufügen. Aufkochen und dann die Hitze reduzieren. Die feingeschnittenen Wurzelstückchen von Kurkuma und Ingwer hineingeben und mit Salz, Pfeffer und Chili abschmecken. Nochmal gründlich durchrühren.

🍲Die Hitze soweit reduzieren bis die Suppe nur noch leicht brodelt. Die nächsten 2 Stunden sollte sie stetig und sanft sieden.

🍲An dieser Stelle kann unterbrochen werden, die Hitze abgestellt und die Minestrone später oder am nächsten Tag weitergekocht werden. Sie sollte eine ziemlich dicke Konsistenz bekommen. (Übrigens schmeckt sie sowieso besser, wenn man sie am nächsten Tag erst isst. Über Nacht haben sich die Aromen dann wunderbar miteinander verbunden).

🍲In einem fest verschlossenen Gefäß hält sie sich im Kühlschrank bis zu einer Woche. Oder am besten in Portionen Einfrieren und dann bei Bedarf wieder aufkochen.

🌱Auf dem Teller kann sie mit frischen Kräutern (je nach Saison) dekoriert und mit frisch geriebenem Parmesan und einem Klacks Créme fraîche serviert werden.

👉In meiner Variante habe ich noch Pasta vom Vortag mit hineingegeben. Es war eine Pasta mit Arrabiatasauce, gab also noch etwas Schärfe mit dazu. Resteküche schlechthin!

#Veganuary - Pancetta, Käse und Creme fraiche können natürlich auch weggelassen werden

Bilder aus Chioggia, Dezember 2022 – Foto © Ute Mangold

🌱Und was macht ihr mit euren Gemüseresten jetzt im Januar. Was kocht ihr im Winter am liebsten? Schreibt mir gerne in den Kommentaren eure Ideen und Rezepte, da freue ich mich. 🍲

2 Antworten auf “MINESTRONE mit Wirsing, Kurkuma und Ingwer – oder was macht man im Winter aus Gemüseresten?”

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