CARBONARA! #cucina povera

Geht es euch auch so – manchmal wird alles zu viel. Zu viel zu tun, zu viele Emails und dann noch Social Media. Eine Bilderflut, viele spannende Posts, viele interessante Rezepte – doch die Aufmerksamkeitsspanne ist kurz. 

Die Reduktion auf das Wesentliche. Weniger ist mehr. „CUCINA POVERA“ die sogenannte Armenküche Italiens. Arm an Schnickschnack. Reich an guten Zutaten. Wenig aber gut! 

Weniger ist mehr – CARBONARA

Wie macht man eigentlich eine originale Carbonara? Marco Giovanni Zanetti schrieb: „Guanciale, Ei (Eigelbe), Pecorino (evtl. halb-halb mit Parmigiano) PFEFFER, Pasta…“ Und keine Sahne!! Kein geräucherter Speck!! Kein Schinken!! Ich zähle 3 Zutaten, plus Pfeffer. Passt. Statt der fetten Schweinebacke „Guanciale“ nehme ich Pancetta, die gibt’s bei meinem Metzger. 
Der Speck schmilzt in der Pfanne und ergibt zusammen mit einem Schuss Spaghettikochwasser eine wunderbar cremige Sauce. Cremig ohne Sahne. 

SUGO alla CARBONARA

für 4 Personen

225g  Pancetta, in einer einzigen 1 cm dicken Scheibe (noch besser Guanciale)
2 große Eier. 
4 gut gehäufte EL frisch geriebener Pecorino und Parmigiano
frisch (!) gemahlener schwarzer Pfeffer
400 - 500 g Spaghetti

Die Pasta in reichlich Salzwasser kochen bis sie gar sind.
Den Speck in knapp 5 mm breite Streifen schneiden. Quer, nicht längs. In eine Pfanne geben und auf mittlerer Hitze braten bis die Ränder knusprig werden. Nur die Ränder, nicht ganz durchrösten wie bei Bacon. Die Hitze abschalten (bei Gas und Induktion) oder die Pfanne vom Herd nehmen. Die Eier in eine Servierschüssel schlagen und mit einer Gabel leicht vermischen. Mit dem geriebenen Käse gründlich vermischen und mit viel Pfeffer am besten aus der Mühle würzen. 
Kein Salz! Kein weiteres Fett notwendig. 
Die Pasta abgießen, dabei etwa zwei Kochlöffel Kochwasser aufheben.
Alles zusammen vermischen und mit Kochwasser aufgießen bis die Nudeln gut mit Eiern und Käse überzogen werden. Den Pfanneninhalt mit Speck über die Nudeln geben und zusammen mit dem noch heißen Kochwasser mischen bis eine schöne Cremigkeit erreicht ist. Fertig.

Sofort servieren. 

Echt Römisch soll sie sein

…die Carbonara. Zwei Versionen wie sie entstanden ist kursieren in der Genusswelt: Die eine spricht von einer amerikanischen Abstammung von in Rom stationierten Soldaten aus dem zweiten Weltkrieg. Die andere von einer Speise aus der Armenküche der „Cucina povera“, die für die von der Schwerarbeit nach Hause kommenden Köhler und Minenarbeiter zubereitet wurde. Schnell, einfach und voller köstlicher Energie! Ja, mit Fett, dem Energielieferant Nummer Eins. Nachhaltiger als Zucker und andere Kohlenhydrate. Und „Fett macht nicht fett“. Fett verbrennt sogar Fett, also hilft bei der Fettverbrennung, sagt der Wissenschaftsautor Bas Kast in einem Interview im Fokus. Damit meint er die „guten“ Fette wie Omega-3-Fettsäuren. Aber auch die anderen Fette sind zu Unrecht in Verruf geraten. Denn sie machen einfach satt und das lange. Womit wir wieder bei „einfach“ sind und „gut“. Wie bei allem gilt, nicht zu viel davon essen, nicht über das hinaus, was der Körper verbrennen kann. Das war bei den schwer arbeitenden Köhlern oder den Arbeitern aus den Kohleminen der Fall. „Carbonara“ von Carbon = Kohle – also nach „Köhlerart“. Die Wortherkunft spricht auf jeden Fall für letztere Variante. Dass sie aus dem Latium, also der Gegend um Rom, kommt, da sind sich wenigstens alle Ernährungshistoriker einig. Im feinen Rom wurden sogar nur die Eigelbe dafür verwendet.

Im September reisen wir mit „Die Kulinarische Weltreise“ nach Italien. Die Rezepte der Mitreisenden findet ihr auf der Seite von Volkermampft und ich verlinke sie am Ende der Reise hier unter meinem Blog. 

Wenn euch das Rezept gefällt, oder ihr noch Ideen habt, dann schreibt mir das gerne in den Kommentaren unter meinem Blog. Und jetzt lasst es euch erstmal schmecken! 😉

9 Antworten auf “CARBONARA! #cucina povera”

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